In den letzten Wochen war nicht viel neues auf dem Programm, dem entsprechend gab es auch nix zu schreiben und umso mehr freute ich mich über den Vorschlag meines Freundes Klaus, einen weiteren Mexikaner auszuprobieren, den wir bisher noch nicht kannten. Das Enchilada gehört zu einer bundesweit operierenden Kette, was mich etwas skeptisch macht, aber es gibt ja durchaus auch positive Beispiele bei dieser Gastronomieform. Zumal das Studium der Rezensionen auf google maps doch sehr vielversprechend verlief, die hannöversche Filiale kommt da extrem gut weg. So treffen wir uns verhältnismässig früh, um die Happy Hour für Cocktails zu nutzen und nach einigem hin und her wird auch der nur auf der Webseite angebotene Pisco Sour als Happy-Hour-würdig eingestuft, nervig. Unterschiede zwischen den gedruckten Karten im Lokal und den Versionen auf den Webseiten sind mir in der Vergangenheit schon immer mal wieder aufgefallen, aber egal ob nun wie hier im Enchilada oder neulich in der Vince Trattoria, die Dateien sollten uptodate sein.

Der Pisco Sour war ok, etwas „dünn“, eine Spur zu wenig Säure… und was soll der Orangenfirlefanz? Ach Jaime, gepriesen sei das El Chileno…
Wir lassen uns den Drink dennoch munden und dann kommt unser Essen, wir haben beide die Namens-gebenden Enchiladas bestellt mit Chili-Cheese Fries „on the Side“.
Folgendes steht in der Karte:
[En-Tschi-Lada]
Enchilada ist eine traditionelle mexikanische Speise und
unser Namensgeber. Probiere unsere gerollten Tortillas
mit würziger Sauce und Käse überbacken.
Also ja, da rechnet man schon mit einer deutlichen Käse-Präsenz. Aber seht selbst, was man bekommt:


Genau, Matschepampe! Grillgemüse finde ich nur in homöopathischen Mengen, aber immer noch mehr im Verhältnis als bei der Hühnchen Variante meines Freundes, das wirkt eher püriert als geschnetzelt, die durchaus freundliche Bedienung ist sichtlich überfordert, als er seine Portion reklamiert und zurück gehen lässt. Immerhin läuft das ohne weitere Probleme, die ersatzweise gebrachten Tortillas lassen sich essen, aber so richtig Freude kommt halt nicht auf, auch die Fritten sind weit, weit entfernt von etwas, das man als Signature Dish bezeichnen könnte. So beenden wir zügig unser Mahl, verzichten auch auf weitere Cocktails und trösten uns mit einer leckeren Flasche Wein in einer nah gelegenen Weinbar…
Fazit: Systemgastronomie at it’s worst, schwer zu erklären, wie es zu diesen vielen guten Bewertungen kommen konnte, zumindest bezogen auf unseren kleinen Einblick.